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Sandra Simon | Mai 2007 | Allgemein , Auf der Couch
Kommentare (10) | RSS zum Artikel | Trackback zum Artikel
Blicken wir zurück: Unser erhabener Leser beherrscht die Praxis – hat das Buch “Konzeptionspraxis” fürwahr konsumiert und die Theorie dabei aus den Augen verloren.
Doch eine Sache hat er nicht bedacht: “‘Der Grund ist offensichtlich. Wissen ist von zwei Arten: Entweder wir wissen selbst über einen Gegenstand, oder wir wissen, wo wir Information darüber finden können. Wenn wir irgendeinen Gegenstand erforschen, das erste, was wir tun müssen, ist zu wissen, welche Bücher darüber handeln. Das führt uns dazu, in Katalogen sowie auf die Rückseite der Bücher in Bibliotheken zu schauen.‘” (Boswell 1979).
Das heißt, jegliche Praxis ist ohne ein Quäntchen Theorie verloren und umgekehrt. Denn wer weiß, wie etwas funktioniert, weiß noch lange nicht wo die Ursachen dafür liegen.
10 Kommentare
Kay A. Schönewerk11th Mai 2007
… und ist das tatsächlich so schlimm, frage ich ? Ich weiss auch nicht wirklich, wie vor Millionen und aber Millionen Jahren unsere Erde genau entstanden ist; eigentlich weiss es niemand so genau – und dennoch lebe ich sehr glücklich und zufrieden auf und mit ihr.
Damit spreche ich nicht gegen ein – gern auch sehr großes – Allgemein- und auch Spezialwissen. Aber “alles wissen”, ist in Theorie und (!) Praxis wohl nicht möglich geschweige denn notwendig.
Sandra Simon
11th Mai 2007
Nun vom alles wissen kann nicht die Rede sein. Aber was hilft es einem beispielsweise einem Journalisten, der in der Theorie weiß, wie ein Beitrag geschrieben wird und ihn nicht umsetzen kann? Und was hilft es ihm, wenn er schreiben kann, sich jedoch nicht mit theoretischen Grundlagen beschäftigt hat – egal ob im Studium oder im Arbeitsalltag?
Anja Jüttner
11th Mai 2007
Womit wir beim Thema wären: Ohne Theorie funktioniert die Praxis nicht, aber ohne Praxis kommt man auch mit der Theorie nicht wirklich weiter.
Kay A. Schönewerk
11th Mai 2007
… einer langen Diskussion im Kollegenkreis folgt nun der Anfang einer gern fortzuführenden Diskussion über Gegenstände, die man gern nutzt – aber im Grunde nicht wirklich weiss, wie und vor allem warum sie funktionieren:
Schachcomputer; schnurloses Telefon; Tamagotchi; GameBoy; SD-Karten (!) … usw…
Kay A. Schönewerk
11th Mai 2007
… wenn er einen guten Text schreiben kann – und nicht weiss warum – ist das sein “Talent”.
Und warum “muss!” ich Talent mit Theorie unterfüttern? Dass ich es “kann” und vielleicht “sollte”, ist eine andere Diskussion…
Kay A. Schönewerk
11th Mai 2007
i.V. vom Kollegen MF eine spannende Frage zum Thema “Was nutze ich jeden Tag, kenne die Funktionsweise aber nicht genau ; und es ist mir auch egal, solange es funktioniert.
Also nun die Frage: Wie können aus einer (Musik)-Box gleichzeitig (!) mehrere Töne kommen. Eine Schallwelle – ein Ton ist klar; aber gleichzeitig mehrere Töne… ? Antworten bitte an MF
Sandra Simon
11th Mai 2007
Mmh, ok. Aber was ist nun, wenn beispielsweise dieser Blog oder eine Webseite nicht mehr funktioniert – dann muss MF wissen, wie er ihn wieder in Gang bekommt. Das heißt, es kann ihm schlichtweg nicht egal sein, wie etwas funktioniert und er MUSS wissen, wie etwas funktioniert.
Aston
11th Mai 2007
Guten Abend
Eine sehr interessante Diskussion hat hier ihr neues Leben gefunden. :))
Was ist also das Ergebnis: Theorie oder doch Praxis?
Beste Grüße
PS: Wenn ich ganz hypothetisch davon ausgehe, dass wir unsere Existenz einer schöpferischen Tätigkeit eines Wesens oder kosmischen Verstandes verdanken, dann muss man ja ebenfalls davon ausgehen, dass dieser „Jemand“ sich ganz intensiv mit den Themen, wie z.B. Mensch, Natur et cetera auseinander gesetzt haben muss, bevor er mit Werkeln anfängt. Andererseits ist der liebe Gott omnipotent und braucht sich möglicherweise nicht mit solchen Themen, wie Theorie und Praxis zu beschäftigen oder er hat einfach keine Zeit für solche Lappalien.
Annegret Freitag
12th Mai 2007
Theoretisch komme ich in der Praxis auch ohne die Theorie zurecht.
Praktisch jedoch finde ich es auf jeden Fall, ein bisschen Hintergrund zu haben – ein klein wenig von dem “Warum” zu verstehen.
Un doch – um auf meine Vor-Kommentatoren einzugehen – ist es völlig legitim, wenn sich einer mit Talent durchschlägt – also zum Beispiel am Piano improvisiert und nach Gehör spielt, ohne das Notenlesen zu beherrschen. Und ich möchte um Himmels willen auch nicht die Programmierung dieses Blogs kennen – nur um darin ab und zu etwas mehr oder weniger Tiefsinniges schreiben zu können ;)
Es reicht, wenn MF das kann – denn bei ihm gehört es zur Praxis, während es für mich nur Theorie ist.
Sandra Simon
14th Mai 2007
Nun gut. Nur steigt mit jeder Unwissenheit, sprich dem fehlen von theoretischem Wissen, die Abhängigkeit. Ich brauche immer jemanden, der mir hilft oder erklärt. Das heißt nicht, dass ich alles bis ins kleinste Detail wissen muss, aber ein wnig “Licht im Dunkel” kann helfen die unbekannte Materie besser zu verstehen. These: Mit fehlendem theoretischen Hintergrund steigt die Abhängigkeit und ich begebe mich immer weiter auf dünnes Eis.
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