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    Sandra Simon | Januar 2007 | via Kundenmagazin
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    Laien sind deshalb Laien, weil sie keine Fahrschule besucht haben. Doch was passiert, wenn Nichtkönner auch noch versuchen, Medien zu machen? Sie landen ebenso in der Sackgasse!

    Braucht eine moderne Gesellschaft gute Journalisten? Diese Frage stellen sich hauptberufliche Medienakteure immer häufiger – und landen in einer Sackgasse. Denn lediglich der Rückwärtsgang hilft, dem neumodischen ?Medienschlamassel? zu entkommen.

    Blogger, Hobby-Fotografen und Freizeit-Autoren haben im Internet neue Medienwelten konstruiert, die auf ihre eigene Art funktionieren und für den ?realen Journalismus? nunmehr eine echte Bedrohung werden. Ungebremst manövrieren sich deshalb immer mehr Mediengurus ins Aus ? nicht zuletzt weil sie das Schild ?Sackgasse? übersehen haben.

    Fadenscheinige Begründungen zahlreicher Verlage, Zeitschriften und Blog-Autoren können die ?Professionellen? ihrer Art nicht einmal mehr zu Tränen rühren, viel zu groß ist die Wut über das neue Licht am Horizont: den ?Laien-Journalimus?.

    Doch schon allein die kursierenden Begriffe ?Grassroots-Movement?, ?Citizen Journalism? oder ?Partizipativer Journalismus? sprechen für sich. Es sind Nicht-Könner, die sich im Linksverkehr heimisch fühlen und versuchen eine Teilöffentlichkeit für sich zu gewinnen.

    Mit Erfolg ? noch. Denn gestandene Journalisten prophezeien den ?Bürgern? und ihrer Kunst ein jähes Ende ? Qualität und handwerkliches Geschick werden sich durchsetzen.

    Um beim Beispiel der Sackgasse zu bleiben: Ein Straßenbauer, der eine Sackgasse neu bepflastert, ist durch eine Sekretärin, sei sie noch so bemuskelt und ausdauernd, nicht zu ersetzen.

    Gleiches gilt für den Journalisten.

    Ein Laie kann keine hochwertige Berichterstattung ausführen! Und Berichterstattung beginnt in allen Fällen mit einer guten Recherche und hört bei der Konzeption des Beitrages auf.

    Viele Medien, die plötzlich ebenso links fahren wie ihre ?neuen? Kollegen behaupten, dass diese Art des Journalismus per se kein Journalismus sei.

    Und genau die sollten die folgende Zeile nochmals genau lesen: Es sind Nicht-Könner, die sich im Linksverkehr heimisch fühlen und versuchen eine Teilöffentlichkeit für sich zu gewinnen.

    Denn was tun sie dann, wenn es kein Journalismus ist? Sie werden zum Verkehrspolizisten ihrer Rezipienten selbst und befahren zu diesem Zeitpunkt die Sackgasse, die gestandene Redakteure und Fotografen stets und ständig versuchen zu umfahren.

    Und sie werden ebenso ungebremst aufprallen wie viele Journalisten vor ihnen ? nur mit einem Unterschied: Es wird nichts mehr zu retten sein. Denn einen Rückwärtsgang wird es nach dieser Höllenfahrt nicht mehr geben, zu sehr hat sich das Wurzelwerk diverser Gewächse um die Schalthebel gewickelt. Noch sind wir am Anfang der neuen Medienzukunft und können den Schalthebel betätigen.

    Doch ist man sich der lauernden Gefahr nicht bewusst, gehören professionelle Journalisten bald zu einer aussterbenden Rasse!

    Lesen Sie zu diesem Thema auch die Meinung des 4iMEDIA-Geschäftsführers Kay Schönewerk. Hier.





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