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    Carolin Loeffler | Oktober 2008 | Auf der Couch
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    Was macht man nachts um 2 Uhr? Ich könnte mir vorstellen, dass um diese Zeit die meisten von uns ihrem Schlaf nachgehen oder um die Häuser ziehen. Vielleicht auch ein Buch lesen, weil die Nachbarn einen wieder nicht schlafen lassen wollen. Aber weiß Gott nicht mit der anderen Seite des “Erdballs” in Kontakt treten, oder?

    Genau dieser frühmorgendlichen Beschäftigung bin ich nachgegangen — und das nicht nur einmal. Grund war, ein Telefoninterview bezüglich der Produktionsbedingungen von Lokalfernsehsendern in den USA für eines unserer Fachmagazine. Zeitlich gesehen wäre diese Übersee-Recherche nicht anders möglich gewesen, denn immerhin bestehen bis zu neun Stunden Zeitverschiebung in die entlegenen Teile der Staaten. Dass auch diese Kuriosität mein Nacht-füllendes Programm sein kann, soll daher an dieser Stelle Erwähnung finden.

    Den Wecker auf 2 Uhr gestellt und das Abenteuer “Talking to the USA” kann beginnen. Dass ich dabei rund 30 Städte in ganz Amerika durch telefonieren werde, ahne ich am Anfang nicht. Auf der Agenda standen zunächst die US-Bundesstaaten Arkansas, Texas, Wyoming und Kalifornien. Erst in New York soll ich schließlich nach vier Wochen fündig werden.

    Beim Stichwort Lokalfernsehsender denke ich zunächst “kann ja nicht so schwer sein, den richtigen Ansprechpartner schnell zu erreichen und das Interview zu führen”. Doch die erste Hürde ist bereits die gewaltige Masse an TV-Anbietern. Zudem sind diese in Amerika größer als bei uns und ihre Zugehörigkeit zu Netzwerken nur bedingt transparent. Das heißt, man schleppt sich von einer Warteschleife zur nächsten. Hat man dann endlich die Struktur begriffen, folgt die nächste Hürde auf diesem Lauf: Fast alle TV-Mitarbeiter leiden unter enormen Zeitdruck — also “warum die kostbare Zeit noch für eine Interviewanfrage aus Deutschland opfern”.

    Endlich, ich erreiche in Rochester/New York zumindest ein Freizeichen. Um sich Rochester vorstellen zu können — mit 200.000 Einwohnern ähnelt diese Stadt, im Vergleich zu anderen Orten in den USA, einem Dorf. Der dort ansässige Lokalfernsehsender, der für die Recherche jetzt auserkoren ist, heißt “13WHAM-TV“.

    Nach geschlagenen 20 Minuten Call-Center-Beschallung (kaum zu glauben, dass es einen derartigen Wattebausch dahinter gibt), antwortet endlich eine “echte” Stimme — leider nur nicht die Richtige. Erneutes Warten ist angesagt. Über kurz oder lang habe ich dann den News-Director an der Strippe und das heiß ersehnte Interview kann endlich beginnen. Super nett und ausführlich gestaltet sich das Gespräch. Der Mega-Aufwand und Schlafmangel haben sich glücklicherweise gelohnt.

    Jetzt nur noch abtippen und übersetzen — natürlich erst für unsere Publikation ins Deutsche und schlussendlich noch einmal ins reine Englisch, damit “13WHAM-TV” uns in guter Erinnerung behält. Ein letztes Aufatmen kurz vor Redaktionsschluss! Das war wirklich knapp … über vier Wochen habe ich nachts versucht einen Lokal-Reporter ans Telefon zu bekommen und nur wenige Stunden vor Redaktionsschluss ist es mir dann endlich gelungen.

    Na dann kann doch der Tag beginnen…





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