Carolin Loeffler | Oktober 2008
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Was macht man nachts um 2 Uhr? Ich könnte mir vorstellen, dass um diese Zeit die meisten von uns ihrem Schlaf nachgehen oder um die Häuser ziehen. Vielleicht auch ein Buch lesen, weil die Nachbarn einen wieder nicht schlafen lassen wollen. Aber weiß Gott nicht mit der anderen Seite des “Erdballs” in Kontakt treten, oder?
Genau dieser frühmorgendlichen Beschäftigung bin ich nachgegangen — und das nicht nur einmal. Grund war, ein Telefoninterview bezüglich der Produktionsbedingungen von Lokalfernsehsendern in den USA für eines unserer Fachmagazine. Zeitlich gesehen wäre diese Übersee-Recherche nicht anders möglich gewesen, denn immerhin bestehen bis zu neun Stunden Zeitverschiebung in die entlegenen Teile der Staaten. Dass auch diese Kuriosität mein Nacht-füllendes Programm sein kann, soll daher an dieser Stelle Erwähnung finden.
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Jana Kern | Juli 2008
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Der ‘PR-Blogger‘ wird vier Jahre und um viele Erfahrungen älter. Klaus Eck hat damals die Corporate Communication-Plattform ins Leben gerufen und eher kritisch betrachtet, ob er den Wettstreit um die Gunst der Leser und Schreiber gewinnt. 1666 Beiträge und weit über 4000 Kommentare wurden seither gebloggt. Die ganze thematische Bandbreite von Online-PR über Corporate Blogs, Social Media bis hin zu Politik 2.0 erfreut die diskussionssüchtige Leserschaft Tag für Tag aufs Neue.
Und das Wichtigste: Klaus Eck bloggt weiter und hat die Lust nicht verloren. So denn, 4iMEDIA und jam&chips gratulieren aufs Herzlichste und freuen sich über die nächsten Blogger-Galaxien.
Anne Linke | September 2007
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Erst arbeitet man zwölf oder dreizehn Jahre auf etwas hin, das dann nur für einen kurzen – zumal sowieso nur bei einigen Fächern relevanten – Augenblick von Bedeutung ist. Dann, gerade diesen einen hoch gepriesenen Augenblick überlebt, wartet eine Entscheidung auf die gerade Volljährigen. Und wenn sie sich in diesem einen Punkt irren, dann können sie sich schon mal für den Rest ihres Lebens mit Diskriminierung und Zukunftsängsten anfreunden. Wovon die Rede ist? Von der Studienwahl natürlich oder anders: dem ewigen Kampf von Naturwissenschaftlern gegen Geistes- und Sozialwissenschaftler.

Wie bezeichnend!
Als sei es nicht genug, dass ich in einer rein naturwissenschaftlichen Familie groß geworden bin und mit einem Chemiker zusammen wohne, katalysierte der Präsident der IHK zu Leipzig auf einer Pressekonferenz zur Konjunkturlage in Leipzig, neulich meine latent chronischen Selbstzweifel auf eine gänzlich neue Aggregatebene. Ungefährer Wortlaut: „Ich verstehe nicht, warum so Viele immer wieder Geistes- oder Sozialwissenschaften lernen. Es sollte bei der Berufswahl doch nicht nur um persönliche Interessen gehen, sondern auch darum, was in der Welt gebraucht wird. Und da sieht es nun mal so aus, dass letztendlich die Geisteswissenschaftler sowieso wieder von Naturwissenschaftlern bezahlt werden!“
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Sandra Simon | Mai 2007
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Blicken wir zurück: Unser erhabener Leser beherrscht die Praxis – hat das Buch “Konzeptionspraxis” fürwahr konsumiert und die Theorie dabei aus den Augen verloren.
Doch eine Sache hat er nicht bedacht: “‘Der Grund ist offensichtlich. Wissen ist von zwei Arten: Entweder wir wissen selbst über einen Gegenstand, oder wir wissen, wo wir Information darüber finden können. Wenn wir irgendeinen Gegenstand erforschen, das erste, was wir tun müssen, ist zu wissen, welche Bücher darüber handeln. Das führt uns dazu, in Katalogen sowie auf die Rückseite der Bücher in Bibliotheken zu schauen.‘” (Boswell 1979).
Das heißt, jegliche Praxis ist ohne ein Quäntchen Theorie verloren und umgekehrt. Denn wer weiß, wie etwas funktioniert, weiß noch lange nicht wo die Ursachen dafür liegen.
Kay Schönewerk | Dezember 2006
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Und ich will es eigentlich auch gar nicht sein. Jetzt wo ich diesen Beitrag in der FAZ gelesen habe… (via Curious Creatures)
Ich zitiere die Einführung mal frei: Das “Wall Street Journal” schätzt, daß Scott Rudin – Hollywood-Produzent für Filme wie “The Hours”, “The Manchurian Candidate” und “The Royal Tennenbaums” – binnen fünf Jahren 250 (in Worten: zweihundertfünfzig!) persönliche Assistenten verschlissen hat. Exassistenten erzählten, Rudin habe sie unaufhörlich verflucht und angebrüllt – einer sagte, er sei gefeuert worden, weil er Rudin den falschen Muffin zum Frühstück serviert habe. (freies Zitat Ende :)
Und jetzt kommt´s:
“Vor allem in kreativen Branchen sind sprunghaftes Verhalten und gelegentliche Ausrastereien Ausdruck einer besonderen Persönlichkeit, die dort offenbar eher akzeptiert wird – als Ausweis von Genialität.“
Wie sagte ich schon: Ich bin nicht genial. Und ich will es eigentlich auch gar nicht sein…
Übrigens werden nachfolgende Männer oft als Genies bezeichnet: Aristoteles, da Vinci, Goethe, Kopernikus, Picasso, Mozart, Cobain (ja, Kurt Cobain), Edison, Einstein und Darwin.
Was müssen das für Mistkerle gewesen sein…
Kay Schönewerk | Dezember 2006
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Sie kennen sich nicht. Sie haben sich noch nie gesehen. Sie leben Hunderte Kilometer voneinander entfernt. Und sie sind völlig unterschiedliche Menschen.
Doch eines verbindet sie. Das Bloggen. Sie sind Blogger. Und darum leben sie – mal mehr und mal weniger friedlich – zusammen in ihrem unendlich großen Bloggerdorf. In ihrem Dorf. Einem Dorf mit eigenen Gesetzen, eigenen Spielregeln.
So ein Mensch ist Stefan Niggemeier*.
Und dann gibt es Menschen, die in dieses Gebiet vordringen. Und sich nicht an die Gesetze halten, diese scheinbar gar nicht kennen oder denken, die Gesetze aus ihrer (Offline)-Welt würden hier gelten.
So ein Mensch könnte Dr. Frank Huber sein. (So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Vielleicht kennt er sich aber auch bestens aus – und wir wissen es nur nicht. Also bleibt es beim Konjunktiv.)
Jedenfalls ärgert sich Herr Huber über die direkte Kritik und persönliche Meinung Niggemeier´s. Auf Niggemeiers Blog. Und droht öffentlich mit rechtlichen Konsequenzen. Auf Niggemeier´s Blog. “Schreiben an Hr. Niggemeier geht gerade raus. Irgendwann reicht es – dann ist der Bogen überspannt. Ich denke es ist im Interesse von Herr Niggemeier, wenn er diesen Beitrag löscht.”
Von diesem Zeitpunkt an hat Herr Huber vor allem eines erreicht. Er hat eine Lawine losgetreten. Denn innerhalb weniger Minuten war der Vorfall in der Blogwelt bekannt. Und die Bloggergemeinde traf sich im virtuellen Wohnzimmer Niggemeier´s zum gemeinsamen “Kinoabend”.
“Au fein – wieder Punch & Judy Show!” ruft es aus der einen Ecke. “Ich setz mich mal dazu, Popcorn rüberreich, Chipstüte aufmach, Füße hochleg” aus einer anderen. “Bravo, Herr Dr. Huber, so wirds gemacht! Nutzungsrechte, Honorarnote, Bogen überspannt. Wenn das nicht sitzt, dann weiß ich auch nicht”, ruft es von ganz hinten.
Ironisch sinniert der nächste: “An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis, mich selbst zu beschimpfen. Ich bin eine exzeptionell dämliche Wurst. Ich habe von kaum etwas Ahnung, tue aber so, als wäre ich Gott auf Rädern. Mein Geltungsbedürfnis übersteigt das von Kim Il Jong.” Und aus der Küche ruft jemand: “Das ist nur noch armselig!”
Ein anderer vermutet ironisch sogar: “Den Dr. Huber gibt’s gar nicht! So blöd KANN keiner sein. Da steckt eine tricky versteckte Werbekampagne oder Markteinführung dahinter.”
Bis einer das zusammenfasst, was alle denken: “Herr Huber: Hören Sie auf, Sie könnten sonst schneller in die deutschen Blogcharts schießen, als Ihnen lieb ist.”
Und das ist alles andere als eine leere Drohung. Das haben schon einige “Offliner” im Bloggerdorf zu spüren bekommen: unter anderem Jamba, Heidi Klum, Transparency International, Edelman, … hier die gesamte “Top-Liste der Blog-Skandale“.
Einmal losgetreten, ist der digitale Dialog ein wahres Füllhorn für die Meinung des Volkes. Und deshalb wurde auch die nächste Reaktion des Dr. Huber wieder von Nieggemeier ins Blog gestellt. “Herr Dr. Huber hat mir erst- und letztmalig als Vorschlag zur Güte angeboten, diesen Eintrag bis einschließlich morgen (Freitag) vollumfänglich zu löschen. Sonst werde er von einem Anwalt Ansprüche u.a. auf Schadensersatz, Gegendarstellung und Unterlassung prüfen lassen.”
Und die Bloggergemeinde traf sich erneut im virtuellen Wohnzimmer Niggemeier´s zum gemeinsamen Popcorn-Abend. …
Aber das hatten wir ja schon mal …
Das Problem jetzt ist aber neu: Die Bloggergemeinde hat nun schon lange genug in den Sesseln gesessen. Und so beginnen die Ersten, tiefer zu graben.
“In der roten Ecke steht der Dr. Huber, ein Bild von einem Mann, der Doktor ist, an „nationalen und internationalen Universitäten“ studiert hat, einen Doktor hat, dessen „amerikanische Freunde“ meinen, er hätte e-Bay und Craigslist „erfunden“, der Vortäge halten tut, weil er einen Doktor hat, der ein erfolgreicher Internetunternehmer ist, der immerhin einen Doktortitel vorweisen kann, der die Millionen, die er im Web 2.0 scheffelt schon in der Garage horten muß und der der „wahrscheinlich höchste Neueinsteiger in die deutschen Blogcharts“ ist.”
Dann wird eine weitere Stufe “gezündet” – nun berichten nämlich immer mehr Blogs über den Vorfall (wir ja auch). Und verbreiten das Thema über alle Blogdörfer und Blogsstädte. In anderen Fällen sind dann Zeitungs- und Magazinredakteure auf die Vorfälle aufmerksam geworden und haben wiederum in ihren Medien darüber berichtet. Und schon war das Thema aus der Blogsphäre ausgebrochen…
Und was dann passiert, kann man sich leicht ausmalen: “Jeder hat noch einen Bekannten dessen Neffen sein Bruder von seiner Freundin ihre Eltern auch sowas ähnliches passiert ist und man kann gar nicht so viele Fliegenklatschen in die Hand nehmen, wie man dicken Brummern den Garaus machen will”, weiss Blogger Oliver Schwarz.
Das muss hier nicht passieren – und das wird es wahrscheinlich auch nicht. Aber wie kann man solch einen Online-PR-Gau vermeiden?
Oliver Schwarz: “Einfach in den Dialog gehen und die Kritik als das aufnehmen, was sie ist: eine Verbesserungsmöglichkeit. Vielleicht einfach mal zum Gespräch laden. Verantwortliche zusammenbringen. Konzept ausarbeiten, um derart in Zukunft zu verhindern. (Aber) keine Kommentare auf den Beitrag, keine Abmahnung, nicht unbedingt schlauer sein wollen, als alle anderen. Fehler eingestehen, lokalisieren, beheben.”
Blogger Martin Oetting bestätigt dies: “Man sollte für einen ersten Schritt in jedem Fall strikt vermeiden, mit rechtlichen Schritten zu drohen. Nach Androhung von Rechtsmitteln solidarisiert sich häufig die Blogosphäre mit dem betroffenen Blogger – selbst wenn dieser die Unwahrheit verbreiten sollte – es entsteht eine Art “David-gegen-Goliath-Effekt … Man sollte daher auch nicht erwarten, dass die Blogger einmal geschriebene Einträge wieder löschen. Auf Löschungen zu drängen, läuft dem Grundsatz von Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Blogosphäre entgegen. Stattdessen werden die Blogger eher neue Einträge schreiben, die die alten ergänzen.”
Einige Blogger meinen zum Fall Dr. Huber, es wäre für ihn besser gewesen, die Kritik Niggemeiers – sei sie nun begründet oder nicht – wortlos hinzunehmen. Und gar nicht darauf zu reagieren. Dann wäre die kritische Meinung des Autors mit jedem neuen Blogeintrag immer weiter aus dem Blickfeld gerutscht.
Bis sich keiner mehr daran erinnert hätte…
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*) Stefan Niggemeier, geboren 1969 in Osnabrück, absolvierte die Deutsche Journalistenschule München und studierte Diplom-Journalistik in München. Später war er als Redakteur für die Zeitschrift “werben & verkaufen” zuständig und arbeitete danach als freier Journalist für die Medienseite der “Süddeutschen Zeitung” und den “Kress-Report“. Seit September 2001 ist Stefan Niggemeier als Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” für die Medienseite verantwortlich – und ist Mitbegründer und Blogger des BILDblog. Mehr zum Lebenslauf hier, hier und zum Menschen Niggemeier hier.