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    Kay Schönewerk | Januar 2007 | via Kundenmagazin
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    [Zitat] “Passt mal auf, Ihr PRler, was zum Nachdenken: Könnte es nicht einfach sein, dass das, was Ihr da an Ohrfeigen kassiert habt, nicht etwa ein ungezogenes Verhalten bösartiger Blogger ist, sondern schlicht und einfach die Ohrfeige, die sich ein besoffener Freier einfängt …

    , wenn er auf einem Empfang versucht, einer Dame mit seinem letzten zerknitterten Dollarschein eine unzüchtige Handlung abzunötigen? Der Handschuh, den einer kassiert, wenn er andere mit seinen Lügen beleidigt? … Müssen wir es hinnehmen, dass Ihr Euch hinstellt und mit ein paar beschissenen Aktionen und Lügenfurzen den Ruf der gesamten Veranstaltung ruiniert…?” [Zitatende]

    Dieser an eine renommierte westdeutsche PR-Agentur gerichtete Auszug aus einem öffentlichen privaten Weblog ist die direkte, unmittelbare Reaktion auf die Arbeit der Agentur.

    Sie hatte im Kundenauftrag Mitarbeiter mit einem Wohnmobil und einem Weblog “bewaffnet” durch die USA geschickt. Diese parkten vor den Einkaufscentern des Kunden und berichteten unkritisch über Besucher und Mitarbeiter. Die interviewten Mitarbeiter waren von ihrem Brötchengeber begeistert, keiner beschwert sich, alle zeigten sich mehr als zufrieden.

    Als dann vor wenigen Wochen durch engagierte Blogger nun dieses ?Fake-Blog? bekannt wurde, rauschte es mächtig gewaltig in der Blogger-Welt, Agentur und beauftragendes Unternehmen standen unter Druck.

    Wenig später der nächste Fauxpas der gleichen Agentur, veröffentlichte sie doch eine Statistik aus der Blogwelt – die sich nach Meinung von Bloggern als [Zitat] “grobe Pfuscherei und heiße-Nadel-Stickerei? entpuppte.

    Daraufhin lud die Agentur in den Streit involvierte Blogger zu einem klärenden Round-Table-Gespräch ein. Doch auch dieses schien nicht gelaufen zu sein, wie sich die Macher das vorstellt hatten: [Zitat] “Es war ein Fehler, an der Runde teilzunehmen. Immer wieder wurde beteuert, man wolle uns zuhören, wolle lernen. Alles Quatsch. Wir wurden verheizt…

    Die Aussagen dieser Blogger über die Arbeit der Agentur sind nicht etwa unverschämt, frech und teilweise stark unter der Gürtellinie. Doch, vielleicht sind sie das. Aber in erster Linie sind sie eines – authentisch.

    Doch wo ist das Problem?

    Meinen Experten doch, allein durch ihre Präsenz und quantitative Masse hätten Weblogs sowieso keine Relevanz für den öffentlichen Kommunikationsprozess. Sie hätten ein Glaubwürdigkeitsproblem und würden im traditionellen Journalismus nur gering wahrgenommen. Zudem werde ihre Vernetzungsfunktion überschätzt.

    Falsch! Google liebt Weblogs.

    Besonders seit das Unternehmen in diesem Sommer unglaubliche 900 Millionen Dollar in die Blogwelt investiert hat. Gerade durch ihre extrem hohe Authentizität sind Weblogs glaubwürdig – und werden gerade deswegen von Journalisten in Print und Funk überaus geschätzt.

    Anders ist es nicht zu erklären, dass besagte Agentur nun auch stärker in den Fokus medialer Ur-Gesteine rückte und sogar themenfremde Personalien auf einmal in den Mittelpunkt der Berichterstattung gestellt wurden. In dem Fall war dies ein Anschlag auf eine Agentur-Mitarbeiterin, der – so tragisch dieser Vorfall auch ist – allerdings rein gar nichts mit dem Bloggerstreit zu tun gehabt hat. Dennoch: Die PR-Agentur kam aus den Schlagzeilen nicht heraus.

    Online wie offline.

    (Lesen Sie dazu auch Teil II: “2:0 für die Old School”)





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