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Claudia Moebus | Januar 2007 | via Kundenmagazin
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Um in der Medienwelt Fuß zu fassen, ist Talent allein nicht der Weg zum Erfolg. Viele Unternehmen zählen auf eine fundierte Ausbildung und lehnen Bewerber, die sich gleich nach Abschluss der Schule vorstellen, meist ungesehen ab. Mit Recht!

Denn allein das Interesse und die Gewissheit, den richtigen Berufswunsch vor Augen zu haben, reichen nicht aus. Es fehlt die Erfahrung. Und die kann man auf unterschiedlichen Wegen sammeln.
Beispiel Layouter: Mit einem Titel wie “Staatlich geprüfte gestaltungstechnische Assistentin” zum Beispiel stehen Einsteiger keineswegs allein da. Die Anzahl der Absolventen steigt und man muss sich von der grauen Masse abheben. Wer bei seiner Bewerbung nur im Mittelfeld bleibt und keinen bleibenden positiven Eindruck hinterlässt, hat schon verloren.
Viele junge Berufseinsteiger sehen daher die schulische Ausbildung erst einmal nur als Einstieg, um eine weitere, tiefgreifendere Ausbildung zu erlangen – ohne diese Voraussetzung scheint das Studienleben oft schwer erreichbar. Bevor man jedoch einen weiteren Zweig der Bildung ansteuert, der noch einmal mindestens vier Jahre beansprucht, sollten sich angehende Grafiker, ob das das Richtige ist.
Wer zuviel Zeit mit Ausbildung und Studium verbringt, gibt sich der Gefahr hin, den Blick für das Praktische zu verlieren und seine Fähigkeiten nicht richtig umsetzen zu können.
Ist also ein Fernstudium neben dem Beruf der geeigneste Weg, um in der grafischen Branche dauerhaft Erfolg zu haben?
Manche erlernen erst nach langjähriger Ausbildung die geforderten Fähigkeiten, anderen ist es gewissermaßen in die Wiege gelegt und sie bringen sich die nötigen Kenntnisse fast selbst bei.
Beides hat Vor- und Nachteile. Und dabei spielt die Zeit eine entscheidende Rolle: Während man bei einer Ausbildung ein gestecktes Ziel vor Augen hat und genau weiß, wann man diese erfolgreich abgeschlossen hat, verläuft ein Selbststudium meist planlos.
Man beschäftigt sich privat mit den Programmen und Anwendungen, die einen interessieren und entscheidet selbst über seine Zeiteinteilung. Das erfordert wiederum ein großes Maß an Disziplin und Eigeninitiative. Wer sich nur gelegentlich seiner Sache widmet, verliert auf Dauer das Ziel aus den Augen.
Die Arbeit an komplexen Projekten weicht in beiden Fällen von der späteren Zusammenarbeit mit Kunden ab. Obwohl man sich beim Selbststudium seine Kunden aussuchen kann, bleibt es aufgrund mangelnder Kontakte und Beziehungen sowie dem fehlenden Vertrauen seitens größerer Firmen meist bei kleinen Aufträgen aus dem Bekanntenkreis. So kommt man vielleicht in den Genuss das CD-Cover für eine befreundete Newcomer-Band zu gestalten oder einen Flyer für die benachbarte Familienbäckerei.
Das alles sind gute Einsteigerprojekte, können aber auf Dauer nicht den Lebensstandard sichern. Noch weniger realitätsgetreu sind die Aufgabenverteilungen an Berufsschulen. Die Dozenten stellen den Kunden dar und geben eine fiktive Aufgabe, die die Schüler über Monate hin beschäftigt.
Jeder Einzelne hat somit viel Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Ideen zu entwickeln. Und nach dem ersten Lehrjahr gewöhnt man sich zunehmend an ein lockeres Arbeiten, mit gelegentlichen Gruppenarbeiten und guter Benotung bei Sympathie des “Kunden”.
Da neben den praktischen Fächern auch viele themenübergreifende Unterrichtseinheiten auf dem Plan stehen, die man schon zu Schulzeiten zu genüge abgewählt hat, scheint der Blick für das Wesentliche verloren zu gehen. Wenn diese dann letztendlich auch noch das Gesamtergebnis beeinträchtigen, gelangt man zur Überlegung wirklich den richtigen Weg gewählt zu haben.
Doch auch Fachrichtungen, die nicht den praktischen Bereich abdecken, gehören zum Gesamtbild eines Grafikers dazu und machen das Eigentliche einer Ausbildung aus. Denn nur wer später im Konkurrenzkampf zu Mitbewerbern auch fundierte Kenntnisse in Kommunikationstechniken sowie sozialem Engagement besitzt und nicht nur auf bestimmte Anwendungen zum Beispiel Photoshop spezialisiert ist, kann sich positiv aus der breiten Masse abheben.
Jedoch sind die Einstellungskriterien von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Während einige Wert auf einen gut ausgebildeten Grafiker legen und vor allem das Abschlusszeugnis bei der Entscheidung eine große Rolle spielt, zählt bei anderen mehr der kreative Kopf, das Verständnis für grafische Details und die Bereitschaft, die eigens erlernten Fähigkeiten im Berufsleben unter Beweis zu stellen.
Das Unternehmen kann sich somit seinen angehenden Mitarbeiter formen und mit der Zeit genau auf die Abläufe, die im Unternehmen gefordert werden, spezialisieren.
Dies birgt jedoch auch die Gefahr, demjenigen zuviel Verantwortung aufzutragen, der er in einer möglichen Problemsituation, aufgrund fehlender Kenntnisse nicht gewachsen ist. Ohne tiefgreifende Kenntnisse steht man vor man unlösbaren Problemen.
Um solchen Situationen entgegen zu wirken, ist eine Weiterbildung neben dem regulären Berufsalltag ein guter Ansatzpunkt. Zum Beispiel in einem Fernstudium.
Auch wenn das mit viel Stress und zusätzlicher Arbeit verbunden ist, hilft es, das vorhandene Wissen zu erweitern und die neu erlernten Fähigkeiten aktiv ins Berufsleben einzubringen. Und der Ehrgeiz sowie die Bereitschaft, sich neben dem Beruf weiterzubilden wirkt sich in einer späteren Bewerbung auch positiv auf andere potentielle Arbeitsgeber aus.
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