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Luise Jahn | Januar 2007 | via Kundenmagazin
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Ernsthafte Bedrohungen – oder zukunftsträchtige Instrumente? Weblogs scheinen neue Wege der Kommunikation zu eröffnen. Der Vorteil? Glaubwürdigkeit! Eine kurze Einführung…

In den USA gab es Fälle von fristlosen Kündigungen, nachdem sich Mitarbeiter in ihren privaten Plattformen zu unternehmensbezogenen Themen in unvertretbarer Weise geäußert haben. Warum dem nicht vorbeugen und einen unternehmensbezogenen Blog für die Mitarbeiter anlegen?
Damit kann man doch kein Geld verdienen!
Stimmt! Aber vielleicht hat der eine oder andere schoneinmal was von Mitarbeitermotivation gehört?
FRoSTA, Hersteller von Tiefkühlkost, startete im Juli 2005 einen eigenen Mitarbeiterblog. Und schon nach kurzer Zeit reagierte die Bloggerwelt darauf und diskutierte das neue Herantreten an die Öffentlichkeit heftig.
Die anfängliche Kritik bezüglich der Eigenaussage: “Frosta-Blog: offen+++ehrlich+++authentisch”, wie bei E-Business oder bei Finanso, wurde aber recht schnell durch Lob ersetzt. Erfahrene Online-Tagebuchschreiberlinge sollen sogar ihre Hilfe beim Ausbau angeboten haben, wie PR-Blogger Klaus Eck berichtet.
Mittlerweile besuchen circa 7 000 Leser pro Tag das FRoSTA-Tagebuch – um zu sehen, was die Leute aus den Abteilungen Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Entwicklung, Einkauf, Marketing, Produktion, Verbraucherservice und Geschäftsleitung Neues zu berichten haben.
Die Plattform verschafft dem FRoSTA Mitarbeiter so die Möglichkeit über seinen Arbeitsalltag zu reflektieren oder einfach nur das von der Seele zu schreiben, was im Arbeitsstreß zu kurz kommt. So werden Mitarbeiterjubiläen, Außendienste, Sponsoringaktivitäten, nicht vorhandene Preisschilder am FRoSTA-Regal im Supermarkt und vieles mehr gebloggt.
Das Team setzt sich so noch stärker mit den Produkten und dem Unternehmen auseinander. Er identifiziert sich in einer positiven Art und Weise mit dem Unternehmen. Und er wird durch externe Kommentare von Kunden bestärkt oder zum Nachdenken über Verbesserungen angeregt. In diesem Zusammenhang sehr interessant: Kaum ein im Jahr 2006 veröffentlichte Eintrag blieb unkommentiert. Dies zeigt, welche Relevanz das Anliegen der Angestellten auch für den externen Verbraucher hat.
Die Möglichkeit, sich auf einer Unternehmensplattform über Ideen, Zielstellungen aber auch über Probleme zu äußern, zeigt so dem Angestellten, dass er ernst genommen wird. Er ist motiviert sich auch weiterhin für das Unternehmen einzusetzen.
Es wird aber nicht nur die Verbindung des Mitarbeiter zum Unternehmen gestärkt, sondern auch die Bekanntheit des Unternehmens im Netz gesteigert. Je spannender die Inhalte sind, desto eher greifen andere Blogger und Medien diese Themen wieder auf und verlinken diese auf ihrer Plattform. Diese Links wiederum greifen Suchmaschinen auf, es entsteht also ein gigantisches Netzwerk – beste Online-PR für FRoSTA.
Diese Art der Kommunikation verbreitet zudem keine platten Werbebotschaften, die nur das wiederholen, was bereits aus anderen Kanälen bekannt ist. Der Arbeitsalltag wird dokumentiert und liefert so ganz andere Hintergrundinformationen zu den Produkten, als es in der klassischen Werbung möglich ist.
Der Leser und potentielle Kunde kann sich mit dem Mitarbeiter identifizieren, das Interesse an dem Unternehmen steigt. Das Unternehmen wird für den Kunden persönlicher und menschlicher. Er bekommt das Gefühl, dass sein Feedback für die Produkte der Firma relevant ist. Der direkte Dialog zum Kunden wird erhöht, denn dieser wird in kürzester Zeit über aktuelles Geschehen innerhalb des Unternehmens informiert und kann sofort über die Kommentarfunkion an der Diskussion teilhaben. Diese Transparenz dient als ideales Kommunikationsinstrument für das Unternehmen, aus der Anonymität zu treten und Vertrauen zu schaffen.
Resum饺 Also wäre es durchaus wünschenswert, wenn mehr deutsche Unternehmen dem FRoSTA-Beispiel folgen würden. Sowohl das interne Arbeitsklima, als auch die externe Reputation des Unternehmens können dadurch nur gewinnen.
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